Reporting Services 2016 – Back in the game:

die neuen Möglichkeiten und Features

Meine letzten Veröffentlichungen und Vorträge zu Reporting Services sind schon Jahre her. Kein Wunder, denn seit dem 2008 R2-Release ist dort nichts passiert. Nun mit SQL Server 2016 erfahren die Reporting Services endlich wieder Zuwendung, wie ich im Mai letzten Jahres bereits am Rande vorangekündigt hatte („SQL Server 2016 – ein Sicherheits- und Performance-Release“). Wird es genug sein für ein Revival? Das kann jeder für sich entscheiden. In diesem Artikel stelle ich vor, was es Neues gibt.

Report-Typen

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Integration der DataZen-Technologie. Damit lassen sich für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets optimierte Berichte, „Mobile Reports“ entwickeln. Dafür gibt es ein eigenes Entwicklungstool, den „Mobile Report Publisher“, das ähnlich wie der Report Builder, bei dem sich neben der Optik im Wesentlichen nichts geändert hat, aber wesentlich besser als die alte Click-Once Anwendung performt, Berichte lokal als auch auf dem Report Server speichern kann.

Reporting Services Web Portal

Die offensichtlichste Neuerung bei SSRS ist das neue „Reporting Services Web Portal“, das den alten Report Manager ablöst und auf Html5 basiert. Es unterstützt nun auch Chrome und Firefox vollständig und skaliert automatisch auf allen Bildschirmgrößen. So sieht das neue Portal aus:

Hier sieht man auch, dass, zusätzlich zu Ordnern (oben), KPIs und Mobile Reports von den nun sogenannten „Paginated Reports“ (im deutschen „seitenbasierte Berichte) getrennt aufgeführt werden.

Das neue Portal unterstützt außerdem nun auch die Möglichkeit, das Design leicht anzupassen. Das nennt sich Custom Branding.
Technisch basiert das Ganze auf einer xml-Datei, die wiederum auf eine json-Datei mit den Farbangaben und optional auf ein logo verweist. Diese 3 Dateien werden als zip-Datei verpackt und dann als „brand package“ im Portal hochgeladen werden. Dabei wird jeweils die vorherige Version einfach ersetzt.

Das Ergebnis im Vergleich zum Original-Design oben:

So praktisch das ist, und wenngleich es Reporting Services auch ohne Sharepoint-Integration attraktiver macht, so enttäuschend finde ich persönlich, dass das auch alles ist, was in Sachen Design-Standardisierung möglich ist: Berichte sind davon nämlich nicht betroffen, wie ursprünglich erhofft. Dort ist in der Richtung nichts Neues gekommen. 🙁

Vielleicht finde ich also doch noch Gelegenheit, meine damals begonnene Blog-Reihe, wie man Berichts-Layout + Design am besten standardisieren und zentralisieren kann, zu vervollständigen. Die hier (Standardizing and Centralizing Report Design (or: creating style sheets for reports) Part 1: The possibilities) von mir vorgestellte Technik ist also tragischerweise immer noch „State of the Art“ für seitenbasierte Berichte.

Mobile Reports sind hier im Vorteil: diese werden durch dieses Template mit abgedeckt – sie sind ja auch deutlich einfacher und von sich aus nicht so variabel, so dass das einfacher zu implementieren war.

Weitere Neuerungen im Portal sind die Möglichkeit jegliche Form von Bericht als Favorit markieren und in einem gesonderten Ordner „Favoriten“ wiederzufinden, Export nach Powerpoint, sowie die Abkehr von dem problematischen Active-X Control für den Ausdruck hin zu einem Druck nach pdf:

Die Abonnements haben einige kleinere Verbesserungen erfahren und lassen sich nun z.B. leicht via Knopfdruck deaktivieren. Der Besitzer lässt sich ändern und für die Auslieferung in Dateifreigeben lassen sich nun „Shared Credentials“ verwenden.

Neuerungen für seitenbasierte Berichte

  • An diese Formulierung zur Abgrenzung von Mobile Reports werden wir uns wohl gewöhnen müssen…

Viel Neues hat sich in der rdl nicht getan.
Aber das Thema „Parameter-Bereich“ wurde angegangen und ist nun deutlich flexibler. Genauer gesagt, die Anordnung der Parameter kann nun freier bestimmt werden, indem ein System an Spalten und Zeilen implementiert wurde, in denen man die Parameter frei anordnen kann.

  • Früher waren ja immer 2 Parameter nebeneinander und einer nach dem anderen ohne Lücke automatisch angeordnet und nur die Reihenfolge bestimmbar.

Mit dem neuen System kann man also auch Platz zwischen einzelnen Parametern lassen und in bis zu 8 horizontalen und bis zu 45 vertikalen Spalten anordnen – bzw. eine entsprechende Anzahl an freien Feldern Abstand lassen, wenn man das denn möchte. So sieht das Parameter-Grid aus:

Das Grid ist jedoch nicht flexibel. Die Breite der einzelnen Spalten und Höhe der Zeilen ist fix und wird nur bei Bedarf (zu langem Text) erweitert. Auch die Farbe kann man wie zuvor nicht beeinflussen.

Daneben gibt es zwei neue Diagramm-Typen: „Tree Map“ und „Sunburst“. Mit ersterem lassen sich Zahlen gut und nach Hichert-Regeln ins Verhältnis setzen. Auch „Heat Maps“ sollten damit deutlich leichter zu implementieren sein. Bisher hat man sich mit spatial Daten und den entsprechenden Karten-Diagrammen beholfen. So kann eine Tree Map aussehen, die Umsätze je Land nach Kategorien verteilt darstellt:

Und hier ein Beispiel für ein „Sunburst“-Diagramm, mit dem sich besonders schöne psychedelische Effekte erzielen lassen. Man sagt ja, dass Visualisierungen großen Einfluss auf Entscheidungen haben können. Mit etwas Knowhow lässt sich das sicher ausbauen… 😉

Kleiner Spaß…

Der Einsatz ist für Hierarchien geeignet, speziell auch für „unausgeglichene“. Hier ein Standard-Beispiel mit einer unausgeglichenen Hierarchie mit einem Sunburst-Diagramm dargestellt:

Das war’s zu den Neuerungen auch fast schon.

Eines bleibt noch zu erwähnen: Report-Elemente wie Diagramme, Tachos, Karten oder Bilder lassen sich nun auch in Power BI Dashboards integrieren.

Zum Abschluss noch einige Links zum Weiterlesen:

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